17/07/2009

Cla Rauch

Während der Sommerakademie „Tableau de la Suisse“ hatten wir die Gelegenheit, den „Parkin Not dal Mot“ des Engadiner Künstlers Not Vital in Sent zu besuchen. Der Künstler selber konnte zwar nicht kommen, aber dafür hatten wir in Cla Rauch, einem pensionierten Sekundarlehrer aus Sent, einen äusserst kompetenten Führer. Mit trockenem Engadiner Humor und sehr viel Wissen stellte er uns die Werke des Künstlers vor. Man spürte deutlich, dass auch er stolz ist auf diesen „grossen Sohn des Tales“, aber das hielt ihn trotzdem nicht davon ab, auch sehr ironische oder sogar kritische Bemerkungen abzugeben.

Cla Rauch ist in der Nähe von Sent aufgewachsen und war anschliessend 43 Jahre lang Sekundarlehrer in Sent. Sent war bis Ende des 19. Jahrhunderts die grösste Gemeinde des Engadins, grösser noch als der Ort der Schönen und Reichen, St. Moritz. Doch dann mussten viele Einwohner auswandern, da es nicht genügend Arbeit gab. Viele begaben sich als Zuckerbäcker, Laden- oder Fabrikbesitzer nach Italien und kamen dort auch zu Geld. Die Auswanderer, Randolins genannt, kamen zurück nach Sent, wo sie sich herrschaftliche Häuser mit dem typischen Senter-Giebel bauten. Auch der Parkin Not dal Mot steht auf einem Grundstück, auf welchem sich ein Randolin namens Luzio Crastan einst eine Villa bauen lassen wollte. Er baute eine Garage, ein Gartenhäuschen, eine Pergola und ein halbrundes Schwimmbad. Dabei blieb es dann aber auch, es kam nie zum Hausbau. Schlussendlich kaufte der Künstler Not Vital das Gelände, um dort eben besagten Skulpturen- und Kunstpark aufzubauen.

Cla Rauch ist seit zwei Sommern im Parkin als Führer tätig. Daneben ist er aber auch noch Präsident der Lawinenaufsichtskommission, welche im Winter den Weg von Sent zum Hotel Val Sinestra im gleichnamigen Tal überwacht. Dieser Weg ist nämlich an mehreren Stellen von Lawinen gefährdet, weshalb es schon auch mal vorkommt, dass die Strasse gesperrt, die Gäste evakuiert und die Lawinen abgeschossen werden müssen.

Cristina

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