20/03/2014

Ski et bilinguisme


Vous avez cliqué sur ce lien et commencé à lire cet article en vous demandant : quel peut bien être le lien entre le ski et le bilinguisme ? Eh bien, chère lectrice, cher lecteur : voilà comment fonctionnent les médias sociaux - pour augmenter la viralité, on met des photos aguichantes et des titres provocateurs, et voilà comment vous tombez dans le panneau.
Et maintenant la suite, pour ceux qui ont surmonté l'obstacle de cette déception et continué la lecture : oui, il y a au moins deux liens entre le ski et le bilinguisme.
PREMIÈREMENT, les sportifs plurilingues sont plus populaires que les autres. Je prends pour exemple Roger Federer, pour qui la connaissance de l'allemand, de l'anglais et du français se solde aussi en contrats juteux de publicités auprès de publics germano-, anglo- et francophones, qui tous le considèrent un peu comme un des leurs. Et plus proche du thème entamé, il y a Didier Cuche, le skieur neuchâtelois qui se débrouille aussi bien en français et en dialecte alémanique et qui - peut-être de ce fait-là aussi - a été élu sportif de l'année à deux reprises et même Suisse de l'année.
DEUXIÈMEMENT, la Fondation suisse d'études, organisation interdisciplinaire au public plurilingue, permet aux personnes encouragées de conjuguer les intérêts les plus divers, au-delà des frontières linguistiques qui constituent notre pays. En témoigne un "PEER EVENT" organisé par nos étudiants lausannois, Dirk et Wiebke, franco- et germanophones, et qui ont offert une introduction au ski de fond devant le panorama splendide des collines jurassiennes. Voici leur compte rendu :
« Nous nous sommes tous retrouvés à la gare de Croy et sommes ensuite montés en véhicule jusqu'au Col du Mollendruz. Certains ont loué des skis, puis nous avons pu commencer. Nous nous sommes repartis en 2 groupes (skating et classique), les débutants faisant du classique. Dirk et moi nous sommes occupés du groupe classique, étant donné qu'il y avait 3 personnes avec des connaissances du ski de fond quasi nulles, nécessitant un soutien continu. Les deux groupes se sont retrouvés à midi au Chalet Dernier pour pique-niquer, puis nous nous sommes re-séparés pour rentrer au Mollendruz. En tout, nous avons fait 14km !

Étant donné que nous avons fini un peu plus tôt que prévu, nous sommes allés visiter Romainmôtier et son abbatiale. Par un coup de chance, nous avons rencontré une de mes connaissances qui s'occupe de la Maison du Prieur et qui nous a offert une visite gratuite de la Maison, pour le plus grand plaisir de tous les participants !

Tout au long de cette journée, la bonne humeur a régné et chacun s'est appliqué pour parler en allemand ET en français. Les deux buts que nous nous étions fixés pour cette journée (ski + bilinguisme) ont été largement atteints ! Nous avons déjà eu des retours très positifs de tous les participants. »

Les photos sont de Dirk et Simon. Un grand merci pour cette combinaison réussie de langues, cultures et sport. Mens sana in corpore sano.

06/12/2013

Besuch der Studienstiftung beim Deutschschweizer Fernsehen

Im Rahmen der 7. Sommerakademie Le Tableau de la Suisse hatten 21 Geförderte der Schweizerischen Studienstiftung die Chance, die Schweizerische Medienlandschaft in ihren drei Sprachen und allen Gattungen (Presse, Radio, Fernsehen, Online) zu erleben. Auf halbem Weg zwischen der Metropole des Sottoceneri, Lugano, und der Medienstadt Lausanne (dort sind z.B. die welsche Journalistenschule, das welsche Staatsradio und ein Teil des Konzerns Tamedia, Edipresse, zu Hause) hielten wir in Zürich-Örlikon inne, wo sich die geräumigen Studios des Deutschschweizer Fernsehens befinden. Seit der zweisprachige Freiburger Roger de Weck die Geschicke der SRG-SSR mit Sitz in Bern leitet, kann man spüren, dass auf vielen Kanälen dieses riesigen staatlichen Vereins versucht wird, den Landeszusammenhalt zu stärken und das Wissen der Landesbewohner über ihre anderssprachigen Miteidgenossen und -genossinnen zu verbessern. So tauschten etwa dieses Jahr (2013) die Tagesschau- und Téléjournal-Redaktionen ihre Arbeitsplätze. 
La Fondation suisse d'études à Zurich-Oerlikon (télé suisse-alémanique)
Natürlich gibt es Lobbies im Parlament (etwa solche, die die Werbung an nicht konzessionierte
ausländische, insbes. französische und deutsche) "Schweizer" Werbefenster verkaufen, und diese Lobbies versuchen, das gebührenfinanzierte Staatsfernsehen für den Profit der eigenen Firmen zu schwächen. Da hat das Fernsehen natürlich ein Interesse aufzuzeigen, dass es für die Wahrung der Schweizer Identität, oder noch besser: der Schweizer Identitäten, eine wichtige Rolle spielt. Tatsächlich: wenn die Schweizerinnen und Schweizer dereinst alle auf TF1, Canal+ und RTL sind, dann wissen sie nichts mehr voneinander. Sogar im Bereich des Sports ist die Frage: Werden wir noch unsere Nationalmannschaft spielen sehen, wenn nationale und weltweite Übertragungsrechte von Al-Dschazira zusammengekauft werden?
Auf der anderen Seite, das hat diese Studienwoche der Schweizerischen Studienstiftung auch gezeigt, wird das Schweizer Staatsfernsehen auch als Bedrohung für die Pressevielfalt gesehen, seit die Fernseh- und Radioinhalte mit zusätzlichen Texten zu Online-Newsportalen ausgebaut werden (sogenannter Konvergenz-Prozess). Die privaten Verleger der Schweiz aus allen Regionen sind sich einig: Der SRG-SSR gehören hier Schranken gesetzt, und neben Ton und Bild solle der Staat nicht auch noch integriert über eigens recherchierten oder redigierten Text informieren.
Folgender Bericht von Monika Wehrli zeigt eindrücklich, welche Infrastruktur hinter dem Fernsehen steckt und wieso Fernsehen so teuer ist. Wenn man bedenkt, dass nicht nur zwei Millionen Romands eine gleichwertige staatliche Fernsehinfrastruktur haben, sondern auch die Italienische Schweiz die gleiche Qualität auf zwei Kanälen, dann sieht man, wieviel Wertschätzung - zumindest in diesem Bereich - den sprachlichen Minderheiten in der Schweiz widerfährt.

Ein Besuch im Fernsehen - Bericht von Monika Wehrli

Der Besuch beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) versprach den Einblick in eine Welt hinter den Kulissen. Eine Welt, die nicht für den Zuschauer zu Hause bestimmt ist, nicht gezeigt wird und somit für die Öffentlichkeit gar nicht existiert.
Von zwei Mitarbeitenden des SRF und TPC wurden wir herzlich empfangen. Obschon sie mehrmals wöchentlich Führungen machen, erklärten sie uns hochmotiviert das Geschehen rund um das Fernsehstudio. Seit weniger als einem Jahr gilt nun der offizielle Name SRF, was jedoch gerne mit dem vertrauten SF und DRS substituiert wird, welches nach der Zusammenlegung des Schweizer Fernsehens und des Schweizer Radio DRS beibehalten wurde. So ging unsere Führung wohl auch aus Nostalgiegründen an dem alten "SF"-Aushängeschild vorbei, welches sich jahrelang auf dem Dach des Studios befand. Nun hängt es ausrangiert neben den Räumlichkeiten des TPC, in welchen sich abertausende Materialien und Kulissen in allen Variationen und Grössen befinden. Das TPC, oder technology and production center, ist für genau dieses in den Sendungen benötigte Material und deren Produktion zuständig. Vielen ist wohl gar nicht bewusst, wie facettenreich die Organisation um seinen Lieblingskanal sein muss. Hat man ein Studio aufgebaut und die Moderatoren gefunden, so braucht man die richtige Beleuchtung. Mindestens drei Scheinwerfer sind hierbei für eine einzige Position des Moderators nötig. Die Positionen werden auf dem Boden angezeichnet mit Paris, Berlin, etc. Weiterhin braucht es ein kompetentes Kamerateam mit entsprechender Ausstattung, Jemanden der sich um das Zusammenschneiden des Filmmaterials und um den Ton kümmert, oder aber ein Team, welches die Sendung perfekt koordiniert, sollte diese live sein. Diese Schweizer Präzision durften wir bei der Tagesschau miterleben.
Natürlich standen auch ein paar Studiobesuche an. Die "Arena" und "Glanz&Gloria" waren hierbei klare Favoriten, doch auch das Sportstudio und "Puls" hinterliessen einen bleibenden Eindruck. Das Faszinierendste bei den Studiobesuchen war jedoch der Blick zur Decke. Diese war übersät mit zahlreichen Scheinwerfern und mysteriösen Apparaturen.
Nach diesen Erlebnissen ist einleuchtend, dass das Schweizer Fernsehen eine grundsätzlich hohe Qualität hat, was wiederum seinen Preis fordert. Verglichen mit rein webefinanzierten Medien, wie es in den Nachbarländern genügend Beispiele gibt, ist somit ein klarer Unterschied zu bemerken.

Monika Wehrli

Dibattito sui media nel Canton Ticino (e oltre)


Luce nel tunnel della stampa ticinese? (Stazione di Lugano 2013)

Conferenza introduttiva al corso estivo “Le tableau de la Suisse” Palazzo dei Congressi, Lugano, 07/09/2013

Resoconto di Costanza Naguib (Fondazione Svizzera degli Studi)
Sono intervenuti alla conferenza il sig. Salvioni, in rappresentanza de La Regione e il sig. Foa, amministratore delegato del Corriere del Ticino.
Situazione del Canton Ticino
Il Canton Ticino si trova in una posizione privilegiata, in quanto è l’unico cantone svizzero ad avere più di un quotidiano e dei giornali legati ad un partito politico. E’ stato subito evidenziato il fatto che, in passato, i quotidiani ticinesi fossero sette, per poi ridursi a tre; oggi sono solo due (La Regione e Corriere del Ticino) e uniscono spesso le loro forze.
Come mai quotidiani diversi riescono a sopravvivere in Ticino? Forse parte del merito deriva dalla presenza peculiare  della  lingua  italiana,  che  permette  al  cantone  di  beneficiare  delle  campagne nazionali; altra ragione risiede nel fatto che il Ticino è diviso dal MonteCeneri in due zone ben definite; il Corriere del Ticino, infatti, è più letto nel Sottoceneri. La forte identificazione dei lettori con le due regioni è in questo caso una fortuna, perché contribuisce a salvaguardare la pluralità dell’informazione. Altra possibile spiegazione della diversità mediatica ticinese risiede forse nella più intensa passione per la lotta politica che si riscontra all’interno di questa regione.
Il sig. Foa ha rilevato come il Corriere del Ticino sia una fondazione fin dalla sua origine (122 anni fa), coerentemente con l’intenzione del fondatore di garantire la libertà politica e il servizio ai lettori, senza avere come unico obiettivo il perseguimento di un profitto.
Più informazioni ma meno ricordate
Una domanda senza dubbio attuale è quale sia il futuro della stampa scritta; a questo proposito bisogna riconoscere che i giornali cartacei resistono di più in Ticino rispetto agli altri cantoni, si assiste ad una sostanziale stabilità piuttosto che ad un declino. A questo proposito è stato proposto il concetto di multimedialità, intesa come la necessità di proporre l’informazione ai lettori nella forma che è a loro più gradita; si tratta di una caratteristica essenziale al giorno d’oggi per chiunque voglia occuparsi di informazione.
I media - consumo cartaceo, consumo online?
Al giorno d’oggi, infatti, la tendenza è quella di ricercare sempre più un’informazione di tipo twitter, rapida, che permetta un aggiornamento istantaneo e gratuito, seguito in un secondo momento da un approfondimento  sui  giornali  a  pagamento.  Quale  punto  di  equilibrio  è  possibile  tra  queste  due modalità di fruizione dell’informazione? Non esistono risposte a priori; il rischio, tuttavia, è quello di avere a disposizione maggiori informazioni, ma ricordarne un numero minore.
Il destino della  democrazia dipende dai media?
Nel corso del dibattito, sono emerse preoccupazioni relative al ruolo sempre maggiore rivestito dalla società Tamedia AG, che controlla l’85% della stampa in Svizzera romanda e il 53% dell’intera stampa svizzera. Questa società, infatti, potrebbe rappresentare un grande potere politico e pubblicitario; si presenta dunque il rischio di un   monopolio che sarebbe assai poco desiderabile nel settore dell’informazione.  La domanda è quindi quali rischi possa rappresentare la posizione dominante di Tamedia e se sia giusto che un singolo gruppo abbia tanto potere.
A questo proposito i due relatori hanno risposto che la democrazia elvetica non sembra, almeno per il momento, messa in pericolo da concentrazioni di potere nel settore dell’informazione; infatti, la SSR è un monopolio e le televisioni private non raggiungono dimensioni paragonabili. La cultura democratica elvetica, inoltre, è molto forte. sebbene attualmente sia sottoposta a notevoli pressioni esterne (ad esempio da parte degli USA o dell’Unione Europea). Ad ogni modo, è stata  espressa  la preoccupazione  che  la politica  non  si accorga  dell’importanza  del pluralismo nella stampa svizzera al fine di salvaguardare la democrazia.

Attenti agli Spin doctors
In chiusura, il sig. Foa ha presentato la sua teoria degli spin doctors o stregoni della notizia; secondo questa teoria, si tratta di individui che ostacolano i giornalisti nella loro ambizione di permettere ai cittadini di formarsi un’opinione oggettiva. I giornalisti, infatti, verificano le notizie con le istituzioni interessate, ma se all’interno delle stesse c’è un comunicatore con interessi specifici da proteggere, quest’ultimo sarà in grado di manipolare le informazioni alla fonte, contribuendo alla diffusione di notizie che alla fine si riveleranno false. E’ particolarmente importante, dunque, che i giornalisti siano consapevoli  del fatto che le notizie che ricevono  potrebbero  aver subito tale manipolazione  e che prestino dunque particolare attenzione alla fase della verifica delle stesse.
Costanza Naguib
Costanza Naguib

25/06/2013

If English = Schweizersprake, then Lobbying in Bern ich auf Englisch make !

Nach Nationalrat Fathi Derder sollte Englisch zu einer offiziellen Sprache der Schweiz aufgewertet werden. Dies ist um so erstaunlicher, als Herr Derder im Parlament in der Kommission für Kultur sitzt und sich um Fragen der Frankophonie und Beziehungen zum Französischen Parlament kümmert... Vielleicht hat dieser Vorschlag einfach gar keine Bedeutung, vielleicht ist er nur ein Zeichen der Verzweiflung, wenn man sonst nichts zu sagen hat, und die Medien (oder Univers Suisse) sich über einen totschweigen. 
Nebenbei gesagt ist der Vorschlag von Derder ziemlich aufgekocht und abgelutscht: Siehe zur Vorgeschichte diesen Blogbeitrag von Matthias Chapman (hier klicken).
Derder meint, Englisch sei die Sprache von Wissenschaft und Mathematik. Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden: Galilei lehrte uns, das Buch der Natur sei in der Sprache der Mathematik geschrieben, und jetzt erklärt man uns, Mathematik sei in der Sprache Englisch geschrieben... Ist die Natur englischsprachig? Wieso kann ich denn Mathe so schlecht und Englisch so easy?
Ich finde die Antwort von François Grin auf den Vorschlag zumindest hörenswert; er sagt "ce n'est pas une mauvaise, c'est une très mauvaise idée" (siehe und höre den geposteten Link). Tatsächlich ist es so, dass Englisch in der Bevölkerung gegenüber Serbisch, Albanisch, Spanisch oder Portugiesisch eine sehr kleine Bedeutung hat - die Englischsprachigen seien etwa 1% unserer Wohnbevölkerung (ca. 80 000 also). Das ist, wie wenn ich sagen würde: In der Stadt Luzern haben wir 80 000 Einwohner, jetzt müssen wir alle Luzerner Dialekt sprechen. Diesem Prozent hätten wir uns gemäss Derder also anzupassen. 
Dazu kommt, wie François Grin aufgezeigt hat, dass in der Romandie der mögliche Lohnzuwachs durch Deutschkenntnisse grösser ist als derjenige, den Englischkenntnisse versprechen oder ausmachen. Grin unterstreicht auch, dass die Offizialisierung einer starken Fremdsprache eine Bedrohung für die Diversität sein könne. Deshalb wird auch Deutsch nicht als offizielle Sprache in Locarno eingeführt, obwohl dort soviele Deutschsprachige wohnen.

Ja, mir gefällt mein Zürich, wenn ich bei Regen - das ist ja oft genug - im Tram fahre und aller Damen und Herren Länder Sprachen lauschen kann. Schade, wenn das alles einfach standardisiert würde. Und welches Englisch müssten wir denn sprechen? Schottisches, Irisches, Australisches Englisch, Cockney oder Amerikanisch? Englisch mit Accent fédéral oder alla Ticinese? 
Wieso eine so absurde Idee Sinn macht, nicht von ihrem Inhalt her, aber als Instrument einer Kommunikationsstrategie, das versuche ich im Folgenden aufzuzeigen. Herr Derder bietet sich als ehemaliger Journalist vor allem als PR-Mensch an. Meiner Meinung nach ist seine Aktion, das ist doch ganz naheliegend, ausgerichtet auf die Interessen der multinationalen Firmen, die im Gegensatz zu Credit Suisse, Basler Pharma usw. keine Lobbyisten im Parlament haben, sondern sich über PR-Agenturen und Lobbying-Dienstleiter wie zum Beispiel Burson Marsteller welche engagieren müssen.
Das hat zunächst nicht direkt mit Fathi Derder etwas zu tun, aber gerade Burson Marsteller reagiert ohne langes Zögern auf den Vorschlag des Nationalrats. Aber schon am 21. Februar 2013 machte einer der führenden Köpfe der Firma, David Hart, Practice Leader Corporate and Financial Communications ("David hat an der Universität Leicester Politik studiert. Seine Muttersprache ist Englisch") auf der Homepage von Burston Marsteller auf das Problem Schweiz aufmerksam:

Multi-lingual domestic market - The domestic market in Switzerland should not be overlooked. The ease of travel between the major cities makes same day business meetings from Zurich to Bern, Basel, Zug or Geneva the norm. But it also highlights the biggest change to media relations from London to Switzerland, the need to reach out in multiple languages on a daily basis to domestic media. Having to decide whether to send out a story in German, French or some cases Italian or English to the media adds a whole new dimension to a national PR campaign and requires a delicate understanding of the language sensitivities.

Subtext: Wir sind gefordert (überfordert?), in der mehrsprachigen Schweiz für unsere multinationalen Kunden zu kommunizieren, die alles aus einem Guss und überall gleich wollen, schneller und billiger. Sam Jackson, ein weiterer Angestellter von Burson Marsteller, "deutscht" es (zwar auf Englisch) aus, am 20. Juni 2013, unter dem ironischen Titel "Talking their own language", wo er mit einer Liste in seinen Augen positiver Folgen auf den Vorschlag von Derder reagiert:
So what would formalising English as an official language mean for MNCs (sc. Multinational Companies), and for the public relations managers working within them? First, it would help drive a more genuine and deeper immersion for the company into Swiss political and economic life, allowing for a better grasp of Swiss public affairs, and a greater understanding of vital issues in their host country. Who knows? Perhaps this would close what some perceive as a major cultural gap between multinationals and their adopted home… Second, it would build on this knowledge base and encourage multinationals to develop and implement a more effective strategy for engaging with political influencers and Swiss media. The current debates on taxing multinationals, banking secrecy, remuneration of senior executives, and the Swiss government’s scrutiny of commodities firms and the extractive industry are just a few examples of critical areas of engagement for MNCs with the Swiss government.
Auf gut (oder schlecht) deutsch heisst das: If English=Schweizersprake, then Lobbying in Bern ich auf Englisch make.
Nun kommt die Frage: Wieso versteigt sich ein Medienprofi wie Derder, und eine der weltweit etabliertesten PR-Firmen in eine politisch und juristisch derart hoffnungslose Angelegenheit wie die Einführung von Englisch als Landessprache der Schweiz? Selber Beraterin, sollte diese Firma nicht genug beraten sein um zu verstehen, dass sie sich der Lächerlichkeit preisgibt? Dem ist aber aus einem einfachen Grund nicht so. Meiner Meinung nach ist das nämlich nicht eine PR-Aktion in Sachen Englisch, sondern in eigener Sache und der Adressat ist nicht die Schweiz, sondern ein multinationales, angloamerikanisches Publikum, das eine Agentur sucht, die fähig wäre, in der Schweiz für irgendwelche PR- und Lobbying-Ziele zu weibeln, wie ich das oben schon erwähnt habe. Der Vorschlag von Derder ist nicht an die Schweizer Öffentlichkeit gerichtet, sondern soll genug Lärm erzeugen, egal ob dumm oder gescheit, um internationale Interessenten anzuziehen.

04/06/2013

Harvard schützt vor Dummheit nicht

Wussten Sie, dass die ethnische Diversität um so grösser ist, je tiefer sich das Bruttosozialprodukt gestaltet? Nach einer Forschung eines Harvard-Instituts für ökonomische Studien ist das so. Aus einer beigelegten Grafik (siehe Abbildung) folgt, dass das Bruttosozialprodukt der "ethnisch homogenen Länder" Frankreich, Russland und China höher ist als dasjenige der Schweiz. Frankreich sei wie Polen, Portugal, Schweden, Norwegen und Finnland und Haiti eines der homogensten Länder der Welt. Dass Haiti eines der ärmsten Länder der Welt ist scheint nicht zu stören. Auch, dass die Schweiz mit drei bis vier Stufen heterogener eingeteilt wird als Frankreich, Russland und China, stört das schöne Bild dieser umwerfenden Sozialforschung nicht. Die Schweiz erscheint mit der dritthöchsten Stufe an Diversität auf der selben Stufe wie Brasilien. Wie gesagt müssten wir in Helvetien tendenziell auch dasselbe Bruttosozialprodukt haben wie Brasilien.
Welche wunderbare Methode bringt uns in den Genuss dieser zauberhaften Erkenntnis? - Sie ist beinahe umwerfend genial: 
"If you called up two people at random in a particular country and ask them their ethnicity, what are the odds that they would give different answers? The higher the odds, the more ethnically “fractionalized” or diverse the country." (Si vous appelez deux personnes au hasard dans un pays particulier, quelle est la probabilité qu'ils donnent des réponses divergentes ? Plus la probabilité est grande, plus la fragmentation ethnique ou la diversité dans le pays est élevée).
Ich frage mich, wie die Wissenschaftler es angestellt haben, die Indianer im Amazonas anzurufen um sie zu fragen, zu welcher Ethnie sie gehören, und ich frage mich, in welcher Sprache sie das gemacht haben.

Spass beiseite: Hinter der Illusion, es gebe so etwas wie einen objektiven Referenzpunkt, mit dem sich Ethnizität messen liesse, steckt ein Irrglaube an eine Modell-Identität. Der Begriff Ethnizität ist in vielen Ländern und Gesellschaften gar nicht übersetzbar. Er macht Sinn in einem amerikanischen Referenzrahmen, wo es prinzipiell um das Aussehen geht, wo Leute für ihr Aussehen als "Caucasians" oder "African Americans" negativ oder positiv mit Ausschluss oder Stipendien diskriminiert werden können. Solche Kategorisierungen habe ich sogar in amtlichen Dokumenten z.B. bei der Einschreibung in die Universität gesehen.
Diese Harvard-Forschung zeigt eines der grössten Probleme mit sozialwissenschaftlichen Statistiken auf: Gemessen wird wunderbar genau, aber wenn die zu Grunde liegenden Kategorien nicht klar stimmen, oder reinen Fiktionen entsprechen wie in diesem Fall, dann kommt am Ende eben Humbug raus. 
Wieso Fiktionen? - Weil eben die Antworten auch durch die Art zu fragen gemacht werden oder eben verschieden ausfallen müssen in Abhängigkeit von der Art, wie Fragen je nach Land beantwortet werden (können). Je nach Land wird man seine eigene Peer-Group anders definieren, und sich entweder zu einer Sprache, oder zu einer Klasse, oder einer Herkunft, einer Religion oder eben Ethnie im "rassis(tis)chen" Sinn bekennen.
Je nach Integrationsmodell wird auch ein gleiches Individuum verschieden antworten, je nachdem ob man es fragt, woher es kommt oder wohin es gehört. In der Globalisierung ist es normal, eine andere Herkunft zu haben und trotzdem Schweizer oder Kanadier zu sein, zwei Identitäten zu leben.
Indien français dans film allemand-yougoslave.
Für jedes Land auf der abgebildeten Karte stellt die Farbe also NICHT die Diversität dar, sondern macht grundverschiedene Aussagen, einmal über Mehrsprachigkeit, einmal über Religion(en), einmal über soziale Ungerechtigkeit, über das politische System oder die Regierung, über die Geschichte oder das Integrationsmodell. 
Beispiel der ethnisch unglaublich homogenen Länder China und Russland: Ich behaupte, deren Homogenität in der Harvard-Studie heisst nichts anderes als: Wir haben eine Diktatur und es ist nicht gut bei uns, verschieden zu sein.
Beispiel des im Vergleich zur Schweiz scheinbar dreimal homogeneren Frankreich (oder Schweden) - dort heisst die extreme Homogenität nichts anderes als: Wir haben eine einige Nationalsprache, Französisch (bzw. Schwedisch) und wir haben den Anspruch auf ein stark integratives, nicht essentialistisches Integrationsmodell: Wir sind alle Franzosen und Schweden bzw. wir tun alle so, als ob dies unbedingt so sein müsse oder als ob wir schon am Ende der Integration angelangt wären.
In der "ethnisch" ach so vielfältigen Schweiz sind die Antworten nicht nur vor dem Hintergrund der staatstragenden Mehrsprachigkeit, sondern auch vor dem Hintergrund einer föderalen Gesellschaftsorganisation zu verstehen, wo Integration zuerst auf Gemeindeebene passiert, und wo es auch die Gemeinde ist, die den Schweizerpass vergibt.

Quelle der Grafik und mehr zur Studie: Link (hier klicken).

20/12/2012

L'âge légal des films en Suisse : sexe ou brutalité, quel est votre choix ?

Avec la création de la commission nationale pour le film, la Suisse uniformisera le règlement de l'âge légal des oeuvres cinématographiques sur le plan national. Le problème : il existe des traditions et sensibilités culturelles divergentes. En Suisse alémanique, on reprenait souvent le modèle allemand. Selon la Aargauer Zeitung du 17 décembre 2012, ce serait ce modèle allemand qu'il s'agirait maintenant d'appliquer à la Suisse entière : 
Mit der Gründung der Schweizerischen Kommission Jugendschutz im Film werde dem "Käntönligeist" beim Kino-Zutrittsalter ein Ende gesetzt, sagte Hans-Jürg Käser, Präsident der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) am Montag vor den Medien in Bern. Die Kommission gibt Empfehlungen zum Zulassungsalter für Filmvorführungen und audiovisuelle Bildtonträger ab - beispielsweise DVD. Sie kann die Empfehlung der deutschen Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) übernehmen oder selber eine solche festlegen.
Lorsqu'on consulte la presse romande, c'est en revanche le modèle lémanique (basé sur les commission des cantons de GE et VD) qui semble avoir pris le dessus, comme le suggère le vénérable journal Le Matin, dans son édition du 7 décembre 2012:
Comment les Suisses alémaniques ont-ils attiré la région lémanique dans leurs filets? En intégrant complètement les commissions cantonales Vaud-Genève dans la commission nationale. Cerise sur le gâteau: le nouvel organe reprend les critères de sélection des deux cantons romands pour toute la Suisse.  
Tant mieux si, comme souvent en Suisse, chaque région se croit gagnante. En revanche, selon différentes sources, un règlement différent serait toujours possible au Tessin. Il me semble que cela tient aux connaissances insuffisantes de l'Italien dans la commission allemande ou celle nationale, composée évidemment d'alémaniques et romands surtout. Quelle honte. 
Personnellement, je partagerais plutôt la sensibilité romande en ce qui concerne l'âge légal. Selon la "Aargauer Zeitung", les romands seraient moins sensibles aux scènes érotiques, mais plus sévères contre la violence et les brutalités. Quelle est la part du cliché, combien de vérité se trouve dans le stéréotype ? (Image: Cinéma à Nyon, tiré du site www.nyon.ch).

02/02/2012

Autowahl und Partnersuche am Röstigraben

Heute entnimmt der geneigte Leser dem Tages Anzeiger: "bei Automarken gibts keinen Röstigraben". Es ist erstaunlich, dass man auch aus Tatsachen, die ein Vorurteil NICHT bestätigen, eine Meldung machen kann. Die Widerlegung eines Klischees hat heute genauso Ereignischarakter wie seine Bestätigung. Denn ohne Ereignis keine News. Man hat sich schon an das lawinenmässige Herunterbeten der Röstigraben-Sutra nach Abstimmungen gewöhnt, wo die sogenannt charmanten, unzuverlässigen, weltoffenen Lateiner ganz anders abstimmen als die verschlossenen, braven, arbeitsamen, intoleranten Germanen in der Deutschschweiz. Stereotypen stimmen sehr oft mit der Wirklichkeit überein, sie sind aber nur deshalb so eindringlich, weil sie eine herausragende Rolle bei der  oft nötigen und trotzdem schädlichen Reduktion von Komplexität spielen. So wird in der Regel nicht erklärt WIESO denn die Leute dies- und jenseits der Sprachgrenze anders stimmen, geschweige denn überhaupt eine Frage gestellt: Das Stereotyp ist das, worüber hinaus man keine Fragen stellen kann, und auch nicht stellt.  Man wird in es hineingesogen wie in ein schwarzes Loch, wo es doch um ganz Anderes ginge.
Eine zweite wichtige Rolle übernimmt das Stereotyp gerade aufgrund der Situation auf dem übersättigten Markt der Aufmerksamkeit und damit auch der Waren. Von Studien kommt man über Nachrichten schnell einmal zur Werbung und von dieser zum Produkt: Ein Stereotyp ist klar, sofort verständlich, ordnet ein durch blitzschnelles Ziehen einer Linie. So etwa macht eine Partnervermittlungsfirma mit einer "Studie" auf eine grossartige Wahrheit aufmerksam, nämlich :

"Der Röstigraben existiert auch bei der Partnersuche: Westschweizer sind weltoffener als Deutschschweizer"

Wenn man aber den Inhalt der Pressemeldung hier liest, dann ist das wichtigste "Resultat" ein ganz anderes: Es stimmt nämlich - im Verhältnis - überhaupt NICHT, dass sich Deutschschweizer weniger offen gegenüber Partnern von ausserhalb Europas zeigen als Westschweizer. Der Unterschied scheint da zu sein, aber er ist nicht weltbewegend. Dagegen scheint ganz auffällig hervorzustechen, dass Schweizer Jugendliche - Lateiner wie Deutschschweizer - im Vergleich zu ihren Eltern und Grosseltern SEHR OFFEN gegenüber Partnern aus nicht-europäischen Ländern sind. Obwohl die zitierte "Studie" selbst den Unterschied zwischen Generationen als sehr gross bezeichnet, zieht sie es vor, den Röstigraben als Aufmacher, Titel und Hauptaussage zu bemühen. So vergleicht sie - besonders abstrus - die Romands mit ihren "liberaleren Sprachgenossen", den Franzosen, wohl wissend, dass Frankreich weder gesellschaftlich noch politisch ein liberales Land ist, weder im Vergleich zur französischen noch zur deutschen Schweiz. 

2006 : contribution suisse à la cohésion européenne.
Zurich vote avec Vaud contre TG, SG et le Tessin !

Wieso wird wider besseres Wissen argumentiert? - Vielleicht ist das Ringen um Aufmerksamkeit über den Röstigraben damit verbunden, dass die besagte Partnervermittlungsfirma von Deutschland her versucht, den Schweizer Markt an Singles und Partnersuchenden zu bearbeiten. Vielleicht hat diese Firma besonders viele Singles im Angebot, die gerantiert nicht von ausserhalb Europas stammen? Es leuchtet auf alle Fälle ein, dass Drittwelt- und Schwellenländer-Migranten wohl nicht über teure Vermittlungsangebote zum Schweizer Mann oder der Schweizer Frau gelangen. 
Und wie sieht es auf der Seite des Tages Anzeigers zur Kaufneigung Autosuchender aus? Das Werbebanner, das auf dieser Seite flackert, verweist auf den Mazda CX-5, der wohl sowohl in der Romandie wie in der Deutschschweiz gekauft sein will.
Und was habe ich als Autor dieses Beitrags verbrochen? - Ich habe meinem Ideal verpflichtet nach Komplexität gerufen, Stereotype kritisiert, ob sie nun bestätigt oder widerlegt werden. Das Resultat dabei ist, dass ich dich, geneigte Leserin, geneigter Leser, auf zwei kommerzielle Angebote aufmerksam gemacht und mich vielleicht in den Dienst einer Vermarktungsstrategie gestellt habe. So funktionieren heute Medien im  Verband mit den Social Media. Gerade Reizwörter und Stereotypen, Vereinfachungen und Polemiken sind das Öl in dieser Maschine. Ich prophezeie, dass durch die sogenannte Integration von Presseprodukten,  Fernseh- und Radiostationen in die Internetmedien viel Potenzial für Kritik, aber auch für Stereotype und stereotypengetriebene Kampagnen entsteht. Vielleicht kriege ich bald einen Mazda?

01/09/2011

Que reste-t-il de la séparation des races ?

Par la suite, vous trouverez le compte rendu d'un séminaire qu'organisa la Fondation suisse d'études au sujet de la transposition au cinéma du roman de C.-F. Ramuz, La Séparation des races (1922), dans le film Rapt (1934) de Dimitri Kirsanoff. Je vous rappelle le contexte du roman : pour se venger (semble-t-il) des Bernois qui venaient paître sur le versant valaisan de la montagne qui sépare les cultures (protestante et catholique, germanophone et francophone), un Valaisan décide d'enlever une belle Bernoise et de l'enfermer chez soi dans son village, pour essayer de la charmer pour de bon. Le tout se terminera dans une catastrophe. Il faut savoir que Ramuz écrit son livre en 1922, dans un climat empoisonné par le conflit du Röstigraben, qui était né pendant la Première Guerre mondiale à cause des sympathies politiques opposées entre francophones et germanophones en Suisse. Comme vous l'expliquera Marion, le contexte dans lequel le film est tourné en 1934 n'est plus celui de 1922 :
Le protagoniste de RAPT (Kirsanoff, 1934)
"Le 9 août, l'objet principal du séminaire du professeur Alain Boillat de l'Université de Lausanne était l'introduction des outils techniques utilisés dans l'analyse cinémato-graphique qui allaient être indispensables pour la suite. Monsieur Boillat nous a tout d'abord sensibilisés à la multitude de significations de la notion de "point de vue" dans un contexte de cinéma. Au-delà de la position de la caméra - qui constitue un point de vue au sens propre du terme - s'ajoutent le point de vue narratologique et la réflexivité qui renvoie à la représentation en tant que telle. Le point de vue narratologique, connu de la littérature, se caractérise avant tout par les notions de degré de savoir et de degré de perception : il existe différents moyens pour communiquer un savoir au sein d'un film. La perception mise en scène en est un  (voir l'expression sournoise du protagoniste sur la photo qui exprime une hostilité face à l'objet regardé); la formulation du savoir à travers le dialogue en est un autre. La réflexivité est un instrument pour le cinéaste. Elle lui permet de jouer avec ce que l'on pourrait appeler des degrés de transparence : un film peut s'afficher en tant que film (en renforçant les traces de l'intervention d'un auteur personnage) ou il peut maintenir un degré de fictionalité important en rendant invisible toute trace du réalisateur.

Une fois établi un vocabulaire cinématographique, nous avons eu l'occasion de mettre en œuvre le langage acquis pour l'analyse de Rapt : une mise en film du livre La Séparation des races de Charles Ferdinand Ramuz. Devenu visible dans le monde francophone, Ramuz commence dans les années 1920 à attirer les producteurs de film de langue française. C'est Dimitri Kirsanoff, membre de l'avant-garde russe/française, qui obtient en 1934 le droit de réaliser Rapt sur la base de La séparation des Races de Ramuz. Les traces de l'avant-garde dans son film sont spectaculaires : au niveau sonore, le spectateur est irrité à plusieurs reprises par des sons qui sont véritablement plaqués sur l'image. Ces sons - que l'on distingue immédiatement comme étant artificiels - confèrent au film une dimension supplémentaire en rendant transparent le travail du cinéaste. Le film renvoie ainsi à soi-même en tant qu’œuvre artistique. Au niveau visuel, l'art de Kirsanoff se manifeste en particulier dans la rupture comme principe esthétique : un montage abrupte, une multitude d'ellipses  et des faux raccords créent une logique narrative bien particulière et soulignent encore une fois l'artificialité du spectacle qui se déroule.
Sur le plan de l'action, par contre, le film montre bien les traces de son temps. Deux ans après la prise de pouvoir par les national-socialistes en Allemagne, la mise en film d'un conflit racial était hautement problématique. En conséquent, Kirsanoff enlève au conflit décrit par Ramuz toute dimension sociétaire et place l'action sur le plan de l'individuel et des faits particuliers.
Le texte est dû à Marion Hämmerli (merci de nous l'avoir communiqué !).

24/08/2011

Académie d’été 2011 : le cinéma suisse. Récits du premier jour


Ce texte est une version antérieure du compte rendu de la cinquième académie d'été "Le Tableau de la Suisse", que la Fondation suisse d'études organisa en 2011 entre Lausanne et le Tessin. Vous trouverez la version complète et définitive l'adresse suivante: cliquer ici. Le texte est dû à la plume éloquente d'Alice Bottarelli.

L’Académie d’été de l’année 2011, abordant le thème du cinéma suisse, a commencé sur les chapeaux de roues, car nous nous sommes immédiatement lancés dans la pratique. Après un bref speech introductif d’Alain Schorderet, nous nous sommes réunis en petits groupes de cinéastes, scénaristes et acteurs amateurs, dans l’idée de tourner et monter quelques (très) courts-métrages de notre cru. Le sujet commun de ces différents mini-films : le journal intime. Un sujet proposé par Pierre-Yves Borgeaud, cinéaste lausannois qui nous a été présenté cet après-midi-là, et dont nous avons fait plus ample connaissance le soir même.
Durant deux heures, nous avons donc arpenté les rues de Lausanne caméra en main, puis nous sommes retrouvés le soir pour discuter des divers projets en cours. Les idées étaient variées et les prises de vues prometteuses, et malgré l’impossibilité de mener à terme chacun des différents projets, l’engagement des participants a résulté en un panel de résultats intéressant.
L’un des groupes a entrepris d’interroger les passants dans la rue sur leur propre conception du journal intime et les souvenirs personnels qu’ils partageraient avec ledit carnet. Il en est ressorti tantôt des confessions touchantes, tantôt des histoires banales, des anecdotes étonnantes, ou des romances naissantes.
Un deuxième groupe a tourné un grand nombre de plans courts sans rapports évidents, mais qui trouveront leur sens au montage. Il s’agit d’un jeu d’associations où les rêves éveillés de la protagoniste apparaissent à l’écran sous forme de flashs d’images accompagnés d’une musique évocatrice.

Quelques étudiants ont revendiqué l’esthétisme, privilégiant des cadrages complexes et des jeux de miroirs étonnants. Avec en prime quelques ratés, mais surtout des prises de vue originales, intrigantes et uniques.
D’autres ont choisi le dialogue comme élément clé de leur court-métrage et ont scénarisé, mis en scène, puis filmé des bribes de discussion susceptibles d'entrer dans le journal intime d’un inconnu.
Enfin, un dernier groupe a cherché à capturer deux points de vue radicalement différents, deux façons de percevoir le monde contrastant l’une avec l’autre par le biais de leur approche à l’image. D’une part, on se trouve face à des plans longs, statiques et contemplatifs qui résultent en un rythme lent, un style très narratif, une certaine distance face aux scènes filmées. D’autre part, on a affaire à une vision plus confuse, impulsive, aléatoire, qui découle de prises de vues instables caméra en main, ainsi que de cadrages très rapprochés et de plans si courts et discontinus qu’ils semblent avoir été interrompus au montage. De ces deux perspectives découlent deux conceptions de l’environnement, de la société et, implicitement, de la Suisse : l’une très unie, harmonisée, bien agencée ; l’autre plus troublée, plus vulnérable, mais aussi plus sensible et créative.
Certains de ces courts-métrages aboutiront, d’autres resteront au stade de projet, mais les idées survenues au cours de notre expérimentation cinématographique laissaient voir des possibilités enthousiasmantes.
Après cet après-midi de tournage, nous avons soupé en compagnie de Pierre-Yves Borgeaud, qui nous a présenté son film « iXième ».

Une contribution d'Alice Bottarelli