JONAS sitzt nicht gerne vor dem Computer. Trotzdem ist er Informatiker. Wie kommt das? Es habe ihn vieles interessiert, sagt er, in Wahrheit hat ihn alles interessiert von Medizin, Sprachen, Bio über Chemie und Mathematik. „Aber Informatik kann man für alles brauchen“, erklärt er seine Wahl, ausserdem könne man die meisten Probleme in der Informatik auch mit Papier und Bleistift lösen und müsse sich nicht hinter dem Bildschirm verkriechen. Nachdem er ein Jahr in Bern an Unterforderung gelitten hatte, wechselte der Berner nach Lausanne. „So konnte ich wenigstens zu Hause ausziehen“, und er ist zufrieden damit, obwohl er sich auch hier während des Semesters eher langweile. Ein Schmunzeln. In den Ferien hat er immer etwas zu tun. Im Moment lernt er übrigens, um eine Wette zu gewinnen, die ersten 1000 Ziffern der Zahl Pi auswendig. 3.14159... Bescheiden und etwas zögerlich rückt Jonas damit heraus, dass er eine ganze Reihe Hobbies hat: Klavier, Taekwondo und Aikido, Volleyball und natürlich früher mal, wie alle Jungs, Fussball. Zum Glück gibt es so tolle Dinge wie Wissenschaftsolympiaden, wo sich Multitalente austoben können: So kam Jonas als Teilnehmer nach China und als Jurymitglied nach Japan. So viel Begeisterung für „ästhetisch interessante Schriftzeichen“ führten ihn nach dem Bachelor für ein Jahr nach Genf. „Mal etwas anderes“, kommentiert der Informatikstudent, der heute Bioinformatik macht, seine exotische Wahl. Während zwei Monaten reiste er per Autostopp und hin und wieder mit dem Zug durch Westjapan. Eine Episode aus dieser Zeit: An einer Tankstelle gestrandet und von drei Japanern zu Karaoke überredet, wurde dem Reisenden ein Schlafplatz angeboten, allerdings müsse er seinen Gastgeben am Morgen wecken, dieser würde sonst seine Arbeit verschlafen. Weil sie den sympathischen Europäer nicht gehen lassen wollten, überzeugten Jonas’ Gastgeber ihn, einen Tag lang als Tellerwäscher in ihrem Restaurant zu arbeiten, steckten ihn in eine Arbeitskluft mit einem extra für ihn angefertigtem Namensschild. Zutiefst beeindruckt von seinem Arbeitseifer liessen sie ihn dann schweren Herzens weiterziehen.
21/07/2010
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