Da hat uns das Zentrum für Demokratiemessung einen Dämpfer verpasst, indem es die Schweiz bei der Qualität der Demokratie nur auf den 14-ten Platz (von 30) setzte.Wie kann es ein objektives "Barometer" geben für eine derart komplexe Gesellschaftsform? Implizieren objektiv "messbare" Parameter auch die Möglichkeit, Demokratie von oben zu verordnen? Gerade das widerspräche unserem Verständnis von Demokratie... Auch in der Schweiz selbst wird Demokratie durchaus verschieden verstanden und gelebt. So etwa gibt es nicht überall ein Finanzreferendum; Neuenburg kennt sowohl aktives als auch passives Wahlrecht für Ausländer, während Schaffhausen im Vergleich zu anderen Kantonen oft durch doppelt so hohe Stimmbeteiligung glänzt. Man darf den Massstab der Demokratie nicht als zeitlosen, unveränderlichen Referenzrahmen betrachten: In den Überlegungen zur Methodologie der Studie heisst es, "we define democracy as a political system that continuously redefines and alters itself, depending on ongoing political as well as societal deliberation." Die heutigen Massstäbe müssen nicht die von morgen sein. Eine Studie in 150 Jahren böte wenig Vergleichsmöglichkeit mit der heutigen. Das Demokratiebarometer ist also nichts anderes als ein Benchmark und sagt nicht mehr, aber auch nicht weniger aus als ein Aktienkurs.
Jeder kann sich unter http://www.democracybarometer.org vom Umfang der Messung überzeugen, die auf zahlreichen Studien und Umfragen zu Dutzenden zum Teil relativ detaillierten Kriterien in drei Gruppen, "Freiheit", "Gleichheit" und "Kontrolle" basiert. Im Folgenden, möchte ich stichwortartig einige Punkte in einem Vergleich zwischen der Schweiz (hellblau), Frankreich (rot) und Deutschland (grün) anschauen. Wo die Farbe fehlt, ergibt der Wert "0"!
Freiheit
Dans cette catégorie, la Suisse est bien placée, notamment en ce qui concerne la liberté d'association (colonnes à gauche), la liberté d'expression , la protection du droit à la propriété (colonnes au centre). Elle obtient zéro pour la transparence du financement des partis et l'accès à la charge de juge au Tribunal fédéral (colonnes à droite). En effet, le financement des partis suisses, c'est secret défense. Et les postes de juge au Tribunal fédéral sont distribués par les partis, comme les sièges au Conseil fédéral. Le zéro est sévère, car l'appartenance à un parti n'empêche pas les Juges fédéraux d'être tous des experts de longue expérience, des juristes sérieux et bien formés. Pourquoi la transparence dans le financement des partis et la professionnalité de la cour suprême entrent plutôt dans la catégorie "liberté" que dans celle du "contrôle" ? Le financement des partis est d'ailleurs pris en compte deux fois de suite, elle pèse aussi de tout son poids dans la catégorie suivante, celle de l'"égalité".
Gleichheit
Comme le montrent les colonnes à gauche, la Suisse est, paraît-il, un pays moins corrompu que la France et l'Allemagne. Et ce malgré le manque de transparence dans les finances des partis (colonne suivante). D'autres diront peut-être: grâce à elle. Les colonnes au centre montrent que la participation au processus démocratique est prohibitive en Suisse. Je me permets de signaler la complexité des décisions auxquelles est confronté le citoyen suisse. Voter sur des objets aussi complexes qu'une centrale nucléaire ou la hauteur d'une salle de sport communale n'est pas de tout repos. Il est vrai que la Suisse a un problème, elle demande beaucoup, peut-être trop à l'électorat, ou ne fait pas suffisamment d'efforts pour expliquer les enjeux et améliorer le niveau de formation civique des citoyens. On s'étonne qu'en Suisse les minorités soient moins bien représentées qu'en France et en Allemagne. Mais peut-être cela n'est dû qu'au fait que l'Allemagne est habitée par un peuple bien plus homogène que la Suisse (habitée majoritairement par des minorités) et que la France ne connaît pas de minorités par définition. En ce qui concerne les possibilités d'influence directe dans le processus politique, elles seraient les meilleures en Suisse et inexistantes chez nos voisins allemands (colonnes à droite).
Kontrolle
In der Schweiz gibt es tatsächlich keine Absetzung der Regierung durch das Parlament oder umgekehrt (Säulen links). Das ist ja in einem Oppositionssystem nötiger, in dem es keine Instrumente der direkten Demokratie gibt. Wir haben hier ein methodisches Problem des Quervergleichs in der Demokratie-Messung, dass eben nicht alle Instrumente der Kontrolle in allen Kontexten Sinn machen. Gewisse Instrumente bedingen sich gegenseitig, weitere machen andere überflüssig, und gewisse schliessen sich aus. Es erstaunt, dass direkt-demokratische Instrumente wie das Referendum von der Studie in der Kategorie "Gleichheit" erfasst wurden. Dabei ist gerade das Referendum eines der wichtigsten Kontrollinstrumente. Mit einbeziehen müsste man auch Rechnungsprüfungskommissionen und Prozesse wie das Vernehmlassungsverfahren im Gesetzgebungsprozess. Schlecht schneidet die Schweiz bei der Kontrolle durch die Justiz (schwaches Verfassungsgericht) ab, wo sie auch eine "0" erhält, gut hingegen beim Vertrauen in die Regierung (Kolonnen in der Mitte). Ziemlich erklärungsbedürftig wirkt die Studie, wenn das Gleichgewicht zwischen Regierung und Opposition in der Schweiz besser aussieht als in D und F, aber wenn man diesen Faktor als "Grad der Konkordanz" betitelt, dann stimmt es wieder aus Schweizer Sicht. Im Ausland wäre das Wort "Konkordanz" in der Studie wohl nicht verständlich. Zur Konkordanz und dem Vertrauen in die Regierung passt in der Schweiz auch die fehlende Amtszeitsbeschränkung für den Bundesrat: Da erstaunt es um so mehr, dass die Schweiz gerade in dieser Kategorie von der Studie die Bestnote "100" verliehen bekommt.
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